RHEINISCHE POST, 25.07. 1995

Konzertabend im Bürgerhaus gut besucht

Ein bunter Reigen jiddischer Lieder

Durchgehend hohes künstlerisches Niveau kennzeichnete das Konzert, das Aron und Olga Proujanski sowie Nelli Kunina im Büurgerhaus Reisholz gaben. Ihre Darbietungen von russischen, jiddischen und hebräischen Liedern im ausverkauften Saal wurden von einem hingerissenen Publikum mit begeistertem Applaus gefeiert. Der eindrucksvolle Konzertabend war in Zusammenarbeit mit der russischen Komponistin und Autorin Nelli Kunina. Mit dem Lied "Schpiel-sche mir a lidele in jiddisch" ("Spiel mir noch ein Liedchen auf jiddisch) begann Aron Proujanski seinen musikalischen Vortrag, der dann gleich in einem ganzen Reigen jiddischer Lieder gipfelte. Der Tenor, bis zu seiner Übersiedlung nach Deutschland im Jahre 1992 Solist des Moskauer Kammerchors, ist heute Mitglied des Kölner Rundfunkchors unter der Leitung von Professor Helmuth Froschauer. Nach zwei weiteren getragenen Liedern riß er das Publikum mit dem temperamentvollen "Tumbalalaika" zu spontanem Mitklatschen hin. Religiose Bezüge charakterisierten die Liedinhalte der hebräischen Lieder. Auch hier schwankte die Stimmung meist zwischen unerschütterlichem Gottvertrauen ("Zur mischelo" - "Der Herr, unser Gott ernahrt uns") bis hin zum unbeschwerten "Bashana Haba'a" (,,Nachstes Jahr in Jerusalem"), einem fröhlichen Tanzlied. Aron Proujanski verfügt nicht nur über eine exzellente Stimme. Er besaß zudem ein außerordentliches Talent, sich in die speziellen Stimmungen der jeweiligen Lieder einzufühlen. Die gleiche Einfühlsamkeit wie künstlerische Flexibilitat zeichnete auch die Klavierbegleitung, die seine Frau Olga Proujanskaia übernommen hatte, aus.