WZ 12.03. 1993

Vom Containerdorf in den Konzertsaal

Russische Familie gestaltet heute Musikabend

Im Containerdorf an der Pflugstraße lernte Cacilia Vesper bei der Arbeit innerhalb des Caritas-Kreises von St. Franziskus-Xaverius in Mörsenbroich die Aussiedler-Familie Pruschansky aus Moskau kennen. Ergebnis der Bekanntschaft: ein vielversprechender Konzertabend heute, Freitag, 20 Uhr, im Saal des Pfarrzentrums an der St.-Franziskus-Straße 5.

Beim Kennenlernen hatte sich nämlich herausgestellt, daß Aron Pruschansky, Jahrgang 1950, ein Kammersänger mit beachtlicher Karriere ist, seine Frau Olga als Musikpädagogin und Chorleiterin tätig war und die 14jahrige Tochter Ella eine gute Ausbildung als Pianistin genossen hat. Ohne Klavier und Übungsmöglichkeiten in der Enge der Notwohnung wäre ein Neuanfang für die Familie in Düsseldorf kaum möglich gewesen. "Daraus", so Cacilia Vesper, "entstand die Idee, ein Konzert in unserem Pfarrzentrum zu veranstalten. Der Pfarrer, Dechant H. Löcherbach und, die Mitglieder des Caritas-Kreises sagten volle Unterstützung zu. :,Man hofft nun heute abend auf regen Besuch des Konzerts, das auch ein Dank an die vielen Freunde und Förderer des Containerdorfs an der Pflugstraße sein soll.

Aron Pruschansky; seit Oktober 1992 mit seiner Familie in Düsseldorf, hat u.a. durch Solopartien bei Festspielen, 1988 bei Auftritten mit dem Bolschoj-Theater in Berlin, Köln und Boston, als Kontratenor und Schallplattenaufnahmen auf sich aufmerksam gemacht. Der Tenor, auch Verfasser des Lexikons "Vaterländische Sänger 1750-1917", wird am Klavier begleitet teils von seiner Frau Olga und Tochter Ella, teils von Helmut Vesper, u.a. Balladen von Loewe und Lieder von Schumann und Schubert singen. Ella Pruschanskaia und Vesper-Sohn Martin stellen sich überdies als Pianisten mit Werken von Mozart, Chopin und Chatschaturjan vor.